Lesen ist eine der wichtigsten Kulturtechniken unserer Gesellschaft. Das Lesen lernen ist für Kinder jedoch ein sehr komplexer Prozess, bei dem die unterschiedlichsten Schwierigkeiten auftreten können. Insbesondere bei Kindern mit einer Leseschwäche spielt die Angst vor dem Lesen eine große Rolle. Wer Angst empfindet, kann aber nicht gut Lesen lernen! Am besten lernen Kinder nachweislich in einer angenehmen, angstfreien Atmosphäre Lesen. Nur so kann Lesen auch Spaß machen!
WER kann das schaffen?
Ehrenamtliche der Würzburger Regionalgruppe von Tiere helfen Menschen e.V. möchten die Kinder gern auf dem Weg zu einem guten Leser begleiten.
WIE funktioniert das?
Dafür wollen sich Kind, Hund und Ehrenamtlicher wöchentlich treffen und lesen üben. Natürlich wird der Hund dem Kind keine Geschichte vorlesen. Seine Aufgabe ist es vielmehr, ein geduldiger und dankbarer Zuhörer zu sein.
Was hat es mit dem HUND auf sich?
Zuerst einmal ist der Hund schlichtweg anwesend. Das Kind spürt seine Nähe und die unvoreingenommene Zuneigung, Freundlichkeit und Offenheit. Das Streicheln des Hundes, schon der bloße Kontakt zu ihm kann beruhigen, Stress und Spannungen abbauen und dem Kind Ängste vor Misserfolgen nehmen. Außerdem kritisiert ein Hund nicht. Es macht einfach Spaß, ihm etwas vorzulesen. Schließlich kommt genau dieser eine Hund regelmäßig, um sich vorlesen zu lassen, denn jedes Kind, hat „seinen“ Hund. Die Hunde sind selbstverständlich gesund, geimpft und entwurmt. Sie sind vertraut mit wichtigen Kommandos, haben einen Grundgehorsam und – das ist das wichtigste – sie sind kinderlieb und sensibel im Umgang.
Hat das HERRCHEN / FRAUCHEN auch eine Aufgabe?
Der Hund kann natürlich nicht allein zu „seinem“ Kind hinspazieren und sich vorlesen lassen. Herrchen / Frauchen und Hund begegnen dem Kind gemeinsam und auch während der Zeit des Vorlesens bleibt der Hundebesitzer dabei. Bei Unsicherheiten oder Fragen zum Text oder auch zum Hund hat das Kind somit jederzeit einen kompetenten Ansprechpartner. Vielen Kindern tut es außerdem gut, nach schwierigen Textstellen gelobt und bestärkt zu werden. Herrchen und Frauchen sind Menschen, die gemeinsam mit ihrem Hund bereits viele Erfahrungen bei Besuchsdiensten in verschiedenen Einrichtungen, wie z.B. Pflegeheim, Behinderten- Einrichtung oder Kindergarten gesammelt haben.
WO kann man „Tierischen Lese-Spaß“ haben?
Für den „Tierischen Lese- Spaß“ bieten sich hervorragend die verschiedenen Würzburger Bibliotheken an. Ebenso gut können die Hunde aber auch direkt zur Schule oder in die unterschiedlichsten Einrichtungen kommen.
Und WIE LANGE liest das Kind?
Wie lange das jeweilige Kind liest, muss individuell entschieden werden. Hier spielt die Konzentration eine große Rolle. Während für manchen Schüler ein einzelner Satz zur Herausforderung wird, schaffen es andere, ganze Texte am Stück zu lesen und schon etwas länger durchzuhalten.
WAS ließt denn das Kind eigentlich?
Natürlich wird den Kindern nicht gleich Goethes „Faust“ als Lektüre vorgegeben. Entsprechend dem Alter, den Interessen und vor allem orientiert an den Lesefertigkeiten der Kinder werden geeignete Texte und Bücher zum Vorlesen ausgewählt. Die Breite Palette an (Kinder- und Jugend-) Literatur des Deutschen bietet die Möglichkeit, für jedes Kind etwas geeignetes zu finden. Die (Mit)Bestimmung der Kinder spielt für ihre Lesemotivation eine große Rolle.
Hat das Vorlesen NEBENWIRKUNGEN?
Die positiven Nebeneffekte vom „Tierischen Lese- Spaß“ sind nicht von der Hand zu weisen: Die Freude und der Spaß am Lesen mit dem bzw. für den Hund begünstigen die Lesefähigkeiten der Kinder positiv. Ohne Angst und als guter Vorleser können die Kinder so auch in der Schule bessere Noten erhalten, denn schriftliche Aufgaben werden schneller erfasst und besser verstanden. Das Erfolgserlebnis des Vorlesens trägt zum positiven Selbstwertgefühl der Kinder bei. Und ganz nebenbei lernen sie, im Umgang mit Hunden und auch mit den Mitmenschen selbstsicherer zu werden.
Und wer hatte die IDEE?
In Amerika und Kanada gibt es schon seit langem Vereine und Organisationen, deren Ehrenamtliche mit ihren Tieren regelmäßig Kinder an Schulen und in Büchereien besuchen. Die Lehrer dieser Kinder können den Erfolg des Projektes neben der eigenen Wahrnehmung auch anhand zahlreicher Berichte und Studien bestätigen: Neben dem eigentlichen Lesen wird automatisch das Interesse der Kinder am Unterricht gesteigert, Schule wird zum positiven Erlebnis.
Kann man „Tierischen Lese- Spaß“ auch mit anderen Tieren haben?
Hunde eignen sich aus verschiedenen Gründen besonders gut für den „Tierischen Lese- Spaß“. Allerdings gibt es in anderen Ländern durchaus Ehrenamtliche, die die Kinder z.B. mit ihrer Katze oder ihrem Kaninchen besuchen, sodass die Teilnahme am Projekt nicht ausschließlich mit einem Hund möglich ist. Grundsätzlich sollten gewisse Voraussetzungen beim Tier erfüllt sein, um auch den Spaß am tierischen Lesen zu gewährleisten.
Haben wir Ihr Interesse wecken können? Möchten Sie bei dem Projekt mitmachen oder mehr informationen?